Beton ist einer der größten Verursacher von CO2-Emissionen im Bauwesen, wobei der Anteil des Zementklinkers den mit Abstand größten Beitrag liefert. Um den Anteil des Zementklinkers im Beton zu reduzieren, kann der Zementklinker bis zu bestimmten Grenzwerten durch andere Stoffe ersetzt werden. Betone mit reduziertem Anteil an Zementklinker werden in der ÖBV-Richtlinie Betone mit reduzierter Frührissneigung als BS 2-Betone definiert. Aufgrund ihrer Zusammensetzung entwickeln sie eine geringere Hydratationswärme und tragen damit zu einer Reduktion der Frührissbildung bei. Dadurch erhöht sich die Qualität und Robustheit der Betonbauteile, gleichzeitig reduziert sich der ökologische Fußabdruck der verwendeten Betonrezepturen aufgrund des geringeren Klinkergehaltes. Dabei beeinflusst die Reduktion des Zementklinkergehalts jedoch auch andere Eigenschaften, beispielsweise verlangsamt sich die Hydratation und damit die Entwicklung der Festigkeit. Dies hat zu Folge, dass einerseits mehr auf die Nachbehandlung des Frischbetons während der Erhärtung geachtet werden muss und andererseits sich Ausschalzeitpunkte durch die verlangsamte Erhärtung verschieben können. Eine geringe Umgebungstemperatur kann diese Effekte noch weiter verstärken. Es stellt sich somit die Frage, ob die Betone des Betonstandards BS2 den der Bemessungsnorm für Betonbauwerke (Eurocode 2) zugrundeliegenden Bemessungskonzepten entsprechen.
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