Im Nordabschnitt der Nordbahn werden bei insgesamt 18 Objekten Hilfsbrücken zum Einsatz kommen!
Durch permanentes Messen (Monitoring) der Anschlussbereiche unter Last können die Einsätze im Gefahrenbereich zur Überprüfung der Gleislage deutlich reduziert werden.
Mit der Anwendung bei der aktuellen Brücke über die L3025, Nordbahn Südabschnitt, Baulos SU6, kann das Monitoring-System verifiziert und plausibilisiert werden und die Daten für die Warnwerte / Eingriffswerte optimiert werden.
Bei eventuell anfallenden Gleislage-Abweichungen können somit zeitnah Maßnahmen (z.B. Nachstopfen) eingeleitet werden.
Sie können bei Bedarf besser eingeplant werden und es muss nicht zu Sofortmaßnahmen bei Meldung durch Lokführer kommen.
Üblicherweise erfolgt beim Einsatz einer Hilfsbrücke eine geodätische Vermessung gemäß RW 08.01.03. In dem Regelwerk ist definiert, dass vor Gleisfreigabe eine Nullmessung der Gleislage mittels einer geodätischen Vermessung zu erfolgen hat. Anschließend sind Folgemessungen erforderlich, welche zu Beginn ein verdichtetes Intervall aufweisen, welches mit Baudauer vergrößert wird.
Aus aktuellen Kenntnissen mit einem Monitoringsystem für Hochleistungshilfsbrücken mit Fahrgeschwindigkeiten >120 km/h bis 160 km/h haben sich Vorteile einer dauerhaften Messung gezeigt, wo im Abstand von wenigen Minuten die Gleislage erfasst wird. Zusätzlich kann durch die Sensorik die Messung des unbelasteten Gleises und des belasteten Gleises bei Zugsüberfahrt erfasst und somit eventuelle Blindsutten erkannt werden, welche im unbelasteten Gleis nicht erkannt werden. Hier ist festzuhalten, dass die geodätische Vermessung eine Einzelmessung im unbelasteten Gleis darstellt, während das Monitoringsystem dauerhaft Werte bei Zugsüberfahrt und im unbelasteten Zustand liefert. Dieses Monitoringsystem hat daher deutliche Vorteile gegenüber der konventionellen Vermessung und soll zukünftig Standard bei Arbeiten im Gleis werden, wenn die Gleislage zu überwachen ist. Die konventionelle Messung ist dann nur noch als Sicherheitslösung hinzuzuziehen, falls es Ausfälle am Monitoringsystem gibt.
Um den tatsächlichen Anwendungsbereich des Monitoringsystems zu erfassen, sind noch einige Parameter zu erfassen, welche im Zuge eines Forschungseinsatzes an der Hilfsbrücke Silberwald geplant sind. Durch diese neuen Erkenntnisse kann der Einsatz des Monitoringsystems Gleislage verbessert und für zukünftige Anwendungen automatisiert werden. Dies soll zukünftig bei vergleichbaren Kostenrahmen die Arbeit aller Beteiligten vor Ort verbessern und deren Einsatzdauer reduzieren. Ebenso sollen Planungen für erforderliche Gleisarbeiten (z.B. Stopfen oder Lagekorrektur) dadurch früh genug geplant werden können.
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